
28. August 2025
Covestro macht CO2 für neue Produkte nutzbar
Dampfreformer am Standort Brunsbüttel auf Wasserstoff umgestellt.
Als Unternehmen der chemischen Industrie mit dem Produktionsschwerpunkt organischer Kohlenwasserstoffe liegt es in der DNA von Covestro, kontinuierlich den Einsatz von Kohlenstoff zu optimieren, den Energieverbrauch so effizient wie möglich zu gestalten und die direkten Emissionen weiter zu senken. Das macht der Werkstoff-Hersteller am Standort in Brunsbüttel bereits seit vielen Jahren und entwickelt dafür immer wieder neue Ansätze.
Bereits heute verwendet Covestro in der Produktion Kohlenstoffdioxid (CO2) als Rohstoff. In einer Reaktion mit Koks und Sauerstoff wird dieses zu Kohlenstoffmonoxid (CO) umgesetzt, welches ein unverzichtbarer Baustein in der Herstellung seiner Produkte ist. «Somit importieren wir bereits heute CO2 und bauen dieses in unsere Produkte ein», sagt Transformationsmanager Simon Brinkmann. «Wir wollen die Stoffkreisläufe aber gänzlich schließen und arbeiten daran, das CO2 am Ende des Lebenszyklus unserer Produkte wieder nutzbar zu machen. Zudem wollen wir den Anteil des Kohlenstoffes auf CO2-Basis weiter erhöhen.»
Auch bei der Reduzierung der direkten CO2-Emissionen ist Covestro erfolgreich weitergekommen: In einem kürzlich abgeschlossenen Projekt wurden dafür die Brenner im Dampfreformer ausgetauscht. Diese können nun auch mit Wasserstoff anstelle von Erdgas betrieben werden. Durch die anderen Verbrennungseigenschaften von Wasserstoff im Vergleich zu Erdgas mussten hier allerdings spezielle Brennerlanzen und eine neue Regeltechnik verbaut werden. «Die ersten Testläufe waren erfolgreich. Nun können wir sukzessive den Anteil von Erdgasunterfeuerung im Dampfreformer minimieren und damit die direkten Emissionen reduzieren», erklärt Simon Brinkmann.
Der eingesetzte Wasserstoff kommt dabei aus dem Covestro-eigenen Wasserstoffnetzwerk und entsteht als Nebenprodukt bei der Produktion. «Dies alles zeigt, dass wir in der chemischen Industrie bereits heute sehr geübt im vielfältigen Umgang mit Kohlenwasserstoffen sind», unterstreicht der Transformationsmanager am Standort Brunsbüttel. «Bei Covestro ruhen wir uns aber nicht darauf aus, sondern wir wollen weiter die Grenzen des Möglichen verschieben.»
Das Ziel ist es, mit dem Ansatz der Zirkularität die Stoffkreisläufe weiter zu schließen und die direkten Emissionen zu neutralisieren. «Mit der Unterzeichnung der Realisierungsvereinbarung mit dem Land Schleswig-Holstein haben wir uns hierzu auch verpflichtet und wir werden unseren Beitrag zum klimaneutralen Industrieland leisten.»
Für weitere Investitionen in nachhaltigere Technologien setzt sich der führende Werkstoff-Hersteller für verlässliche politische Rahmenbedingungen ein. Dazu gehören unter anderem wettbewerbsfähige Energiepreise, schnellere Genehmigungsverfahren und eine Gesetzgebung, die Planungssicherheit für Investitionen schafft. Simon Brinkmann: «Nur so kann die chemische Industrie ihren Beitrag zur Klimaneutralität leisten und gleichzeitig im internationalen Wettbewerb bestehen.»