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27. Mai 2026

Brunsbütteler Industriegespräch Spezial: Industrie in Brunsbüttel fordert Tempo – Energie, Infrastruktur, Genehmigungen und Wettbewerbsfähigkeit im Fokus

Brunsbüttel, 26. Mai 2026 – Im exklusiven Rahmen mit rund 70 ausgewählten Gästen aus Politik, Wirtschaft und Verwaltung hat die Werkleiterrunde des ChemCoast Parks Brunsbüttel mit Gastgeber Frank Schnabel zum BIG Spezial in den Brunsbütteler Elbehafen eingeladen. Im Mittelpunkt stand der direkte Austausch zwischen Industrie, Hafen und Politik zu den aktuellen Herausforderungen und Perspektiven am Standort.

Ehrengast Stefan Rouenhoff, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, hat damit zugleich sein Versprechen vom BIG 2025 eingelöst, den Brunsbütteler ChemCoast Park zu besuchen. Bereits tagsüber verschaffte er sich im größten Industriegebiet des Landes einen umfassenden Vor-Ort-Eindruck – von der Energieimportinfrastruktur der Häfen bis hin zu konkreten Industrie- und Transformationsprojekten.

Im Rahmen des anschließenden BIG Spezials unter dem Titel „Bedeutung des Industrie- und Hafenstandortes Brunsbüttel“ im Elbehafen wurde dieser Eindruck nochmals vertieft: Gemeinsam mit Gästen, wie u.a. Joschka Knuth, Brunsbüttel-Koordinator und Staatssekretär im MEKUN des Landes Schleswig-Holstein, sowie anwesenden Abgeordneten diskutierte Rouenhoff mit Vertreterinnen und Vertretern der ansässigen Industrie über die notwendigen Rahmenbedingungen und politischen Handlungsfelder zum Erhalt der Wettbewerbsfähigkeit des Industriestandorts.

Gastgeber Frank Schnabel, Sprecher der Werkleiterrunde des ChemCoast Parks und Geschäftsführer der Brunsbüttel Ports GmbH / SCHRAMM group, machte noch einmal deutlich, dass Infrastruktur, Genehmigungen und Bürokratie die entscheidenden Faktoren dafür sind, ob Investitionen und Transformation am Standort gelingen.

Praxisblick für Berlin: Industrie und Hafen im direkten Austausch

Ein zentrales Element der Veranstaltung: Ausgewählte Werkleiter des ChemCoast Parks Brunsbüttel gaben Einblicke in die Situation ihrer Unternehmen. Sie zeigten konkrete Chancen und zugleich die Herausforderungen auf, die aktuell die industrielle Entwicklung prägen. So entstand ein unmittelbarer Praxiseinblick für die politische Ebene.

Der ChemCoast Park Brunsbüttel ist dabei weit mehr als ein regionaler Industriestandort: Als größtes Industriegebiet Schleswig-Holsteins bündelt er zentrale Wertschöpfungsketten der Chemie-, Energie- und Logistikbranche an einem strategisch einzigartigen Standort zwischen Nordsee, Elbe und Nord-Ostsee-Kanal.

Die enge Verzahnung von Industrie, Hafen und Energieinfrastruktur schafft Wettbewerbsvorteile, ermöglicht neue Ansiedlungen und macht den Standort zu einem wichtigen Baustein für die industrielle Transformation in Deutschland.

Ein entscheidender Standortfaktor sind auch die Brunsbütteler Häfen: Sie sichern Energieversorgung und schaffen die Grundlage für Transformation. Mit jährlich 1,29 Milliarden Euro Bruttowertschöpfung sowie tausenden direkten und indirekten Arbeitsplätzen entlang der Wertschöpfungskette kommt dem Standort auch bundesweit eine zentrale Bedeutung zu.

Durch seine LNG-Importinfrastruktur gewährleistet insbesondere der Brunsbütteler Elbehafen eine verlässliche, pipelineunabhängige Energieversorgung. Zugleich entwickelt sich der Universalhafen zur Drehscheibe für Zukunftsthemen wie CO₂-Export – eine entscheidende Voraussetzung für die Dekarbonisierung am Industriestandort.

„Verlässliche Rahmenbedingungen sind entscheidend“

Diese starke Ausgangslage trifft jedoch auf deutlich verschärfte wirtschaftliche Rahmenbedingungen: Deutschlandweit steht die Industrie unter erheblichem Druck. Hohe Energiekosten, wachsender internationaler Wettbewerb, überbordende Bürokratie und langwierige Genehmigungsverfahren setzen Unternehmen zunehmend unter Zugzwang – auch am Standort Brunsbüttel.

Frank Schnabel betonte die Dringlichkeit politischer Weichenstellungen: „Was wir brauchen, sind politischer Mut und entschlossenes Handeln – und zwar jetzt. Unsere Industrie steht unter Druck – bundesweit und auch hier in Brunsbüttel. Es geht nicht mehr nur um Wachstum, sondern um die Sicherung von Wertschöpfung und Arbeitsplätzen. Gleichzeitig sehen wir gerade hier in Brunsbüttel seit Jahren klar und deutlich, welches Potenzial dieser Standort hat. Diese Chancen dürfen nicht an fehlenden politischen Entscheidungen scheitern.“

Er machte deutlich, dass es nun auf konkrete Umsetzung ankommt: Deutlich schnellere und verlässlich planbare Genehmigungsverfahren, eine spürbare Reduzierung regulatorischer Hürden und vor allem eine leistungsfähige Infrastruktur – insbesondere bei Schiene und Energie –, sind zentrale Voraussetzungen, um wettbewerbsfähig zu bleiben und industrielle Wertschöpfung in Deutschland zu sichern. Die Situation ist ernst: Ohne schnelle Fortschritte geraten Versorgung und Transformation ins Stocken – und damit die Industrie und Arbeitsplätze.

Der Besuch des parlamentarischen Staatssekretärs Rouenhoff unterstreicht die wachsende Bedeutung Brunsbüttels als Energie- und Industriestandort mit bundesweiter Relevanz: „Brunsbüttel ist nicht nur ein Tor zur Welt, sondern auch ein zentraler Industriestandort mit großer Bedeutung für unsere Volkswirtschaft. Damit Wachstum, Wertschöpfung und Arbeitsplätze in der Region gesichert werden können, braucht es aber veränderte Rahmenbedingungen, etwa in der Energiepolitik. Genau deshalb steuern wir bei der Energiewende nach und sorgen für schnellere und effizientere Verfahren beim Ausbau von Windenergie, Stromnetzen und Speichern. Ebenso unverzichtbar für eine wettbewerbsfähige Industrie sind leistungsfähige Verkehrs-, Logistik-, Energie- und Kommunikationsinfrastrukturen. Deshalb setzen wir auf den Ausbau von Glasfasernetzen, Ladeinfrastruktur und modernen Rechenzentren. Die Bundesregierung wird den Standort Brunsbüttel hier weiterhin verlässlich unterstützen.“

Klare Handlungsfelder für die Wettbewerbsfähigkeit

Der Besuch des Staatssekretärs und das BIG Spezial zeigen deutlich, welches Potenzial im Standort Brunsbüttel steckt: als Energiehub für Versorgungssicherheit, als industrieller Wertschöpfungsstandort und als Treiber der Transformation. Industrie und Hafen sind eng verzahnt, Investitionen sind vorbereitet und Zukunftsprojekte konkret geplant.

Damit dieses Potenzial genutzt werden kann, braucht es jedoch dringend die passenden politischen Voraussetzungen. Bleiben notwendige Maßnahmen aus, drohen sich Projekte zu verzögern, Investitionen auszubleiben und industrielle Wertschöpfung schrittweise an andere Standorte verloren zu gehen.

Die Botschaft des Abends ist klar: Die Industrie am Standort Brunsbüttel ist bereit, die Transformation aktiv zu gestalten und Verantwortung zu übernehmen – jetzt ist es an der Politik, die Voraussetzungen konsequent zu schaffen.