Foto: Brunsbüttel-Ports

07. Oktober 2020

HHLA, Brunsbüttel Ports und Spedition Kruse unterzeichnen Kooperationsvertrag zur Förderung der Binnenschifffahrt auf der Unterelbe

Unterelbe verbindet das größte zusammenhängende Industriegebiet Schleswig-Holsteins mit dem Hamburger Hafen. Transportketten sollen noch nachhaltiger und effizienter gestaltet werden. Zusammenarbeit mit dem Hamburger Hafen wird weiter intensiviert. 

Am 6. Oktober 2020 unterzeichneten Jens Hansen, Vorstandsmitglied der Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA), Thomas Lütje, HHLA-Vertriebsdirektor, Frank Schnabel, Geschäftsführer Brunsbüttel Ports GmbH / SCHRAMM group, und Friedrich A. Kruse jun., Geschäftsführung Friedrich A. Kruse jun. Unternehmensgruppe, im Beisein von Brunsbüttels Bürgermeister Martin Schmedtje einen Kooperationsvertrag über eine strategische Partnerschaft zur Förderung der Binnenschifffahrt auf der Unterelbe. Ziel der Kooperation ist es, die Binnenschifffahrt und das Verkehrssystem Wasserstraße weiter zu fördern, um mehr Güterverkehre auf das Wasser zu verlagern

Das Verkehrssystem Binnenhafen-Binnenschiff-Wasserstraße bietet umweltfreundliche, effiziente und sichere Transportmöglichkeiten. Das Binnenschiff benötigt verhältnismäßig wenig Energie je Transporteinheit und gilt als verlässliches Transportmittel im Sinne einer nachhaltigen und ökonomischen Optimierung der Transportkette.

Die Unterelbe verbindet den ChemCoast Park Brunsbüttel, das größte zusammenhängende Industriegebiet Schleswig-Holsteins mit internationalen Konzernen und mittelständischen Unternehmen aus der Chemie-, Energie- und Logistikbranche, mit dem Hamburger Hafen als bedeutende Güterdrehscheibe für die ansässigen Industrieunternehmen. Die Zusammenarbeit sieht unter anderem vor, den Güterverkehr mit Binnenschiffen zwischen den beiden Hafenstandorten weiter auszubauen, indem potenzielle Verlader zielgerichtet angesprochen werden und die Attraktivität des Binnenschiffes mit seinen wirtschaftlichen und ökologischen Vorteilen noch stärker vermarktet wird. Außerdem sollen weitere Partner zur Förderung der Binnenschifffahrt eingebunden werden und ein Austausch bestehender und die Entwicklung neuer technischer und betrieblicher Konzepte für Binnenschiffe erfolgen.

Frank Schnabel freut sich über die Kooperation zur Förderung der Binnenschifffahrt: „Wir arbeiten bereits seit vielen Jahren eng mit den Akteuren des Hamburger Hafens zusammen und freuen uns, mit unseren neuen Kooperationspartnern HHLA und Spedition Kruse die Zusammenarbeit zu intensivieren. Insbesondere unser universaler und leistungsstarker Elbehafen, in dem wir neben Seeschiffen auch viele Binnenschiffe abfertigen, bietet die Möglichkeit, noch mehr Güter auf das umweltfreundlichere Binnenschiff zu verladen und die Straßen zu entlasten. Die Zusammenarbeit der Spedition Kruse als regionaler Spediteur und uns als Hafen bietet hierfür einen großen potenziellen Mehrwert. Der Elbehafen bietet entsprechende Lagerkapazitäten für (Tank-)Container der Industrie, aber auch alle anderen Massen-, Stück- und Schwergüter können über den Elbehafen auf das Binnenschiff verladen werden, um anschließend nach Hamburg transportiert zu werden.“ Bereits heute transportiert Brunsbüttel Ports beispielsweise täglich Massengüter mit Binnenschiffen vom Brunsbütteler Elbehafen in den Hamburger Hafen zur Kupferhütte Aurubis. Dieses praktische Beispiel unterstreicht die Attraktivität der Binnenschifffahrt auf der Unterelbe.

Der Hamburger Hafen ist nicht nur Deutschlands größter Seehafen, sondern gleichzeitig der zweitgrößte deutsche Binnenhafen. Etwa 10.000 Binnenschiffe laufen jedes Jahr die Umschlaganlagen der Elbmetropole an. Seit 2012 ist das jährliche Containervolumen, das den Hamburger Hafen per Binnenschiff erreicht oder verlässt, um 50 Prozent auf über etwa 140.000 Standardcontainer gestiegen.

Jens Hansen: „Die Metropolregion Hamburg ist das wirtschaftliche Zentrum Norddeutschlands, und die Elbe ist ihre Lebensader. Durch die enge Zusammenarbeit von HHLA, Brunsbüttel Ports und der Kruse Unternehmensgruppe leisten wir einen Beitrag zur regionalen Wirtschaftsentwicklung und werden gleichzeitig den Anforderungen an nachhaltige Transportkonzepte gerecht. Wir wollen die hervorragende Hafeninfrastruktur der Unterelbe noch stärker nutzen, um regionale Verkehre auf die Wasserstraße zu verlagern und unseren Kunden damit schnelle, verlässliche und umweltverträgliche Transporte anzubieten.“     

Auch die Spedition Kruse, die die angesiedelten Industrieunternehmen im ChemCoast Park Brunsbüttel mit dem Hamburger Hafen verbindet, sieht einen großen Mehrwert in der Kooperation. Friedrich A. Kruse jun. hebt hervor: „Als Hauptdestination unserer Containerverkehre stellt  der Hamburger Hafen inklusive seiner Depots ein Ziel dar, das wir fünf Tage die Woche 24 Stunden bedienen. Mehr als 25.000 Containerbewegungen werden durch uns jährlich abgewickelt und über unser Containerdepot in Brunsbüttel gedreht. Hierbei handelt es sich zum einen um Container, die der Rohstoffversorgung der ansässigen Industrie dienen oder um Exportcontainer, die an den Kruse eigenen Lagern gestaut werden. Durch dieses hohe Aufkommen sind wir kontinuierlich bestrebt, unsere Abläufe zu optimieren und auf der Suche nach neuen und effizienten Verkehrsträgern. Dabei steht zunehmend der ökologische Aspekt im Vordergrund. Aus diesem Grunde sehen wir einer noch engeren Kooperation mit der HHLA sowie Brunsbüttel Ports positiv entgegen.“

„In die strategische Partnerschaft bringen alle Kooperationspartner unterschiedliche Kompetenzen und Erfahrungen ein, von denen die Verlader und die gemeinsame Wirtschaftsregion Unterelbe profitieren können. Wir freuen uns bereits auf die Zusammenarbeit“, so Frank Schnabel abschließend.