02. January 2026

Energy-Efficiency & Climate-Protection Network Westcoast ranked among the top three nationwide

Unternehmen aus Dithmarschen und Steinburg sparen rund 453 Gigawattstunden Strom und fast 80.000 Tonnen CO2-Äquivalent ein.

Brunsbüttel / Berlin – Das Energieeffizienz- und Klimaschutz-Netzwerk Westküste (EEKN Westküste) ist ein Erfolgsmodell mit überregionaler Vorbildwirkung. Durch Umsetzung konkreter Maßnahmen haben die 15 zusammengeschlossenen Unternehmen aus der Chemie-, Energie- und Mineralölwirtschaft sowie den Branchen Recycling und Logistik mit Betriebsstätten in den Kreisen Dithmarschen, Pinneberg und Steinburg über einen Zeitraum von drei Jahren rund 453 Gigawattstunden (GWh) Energie und fast 80.000 Tonnen CO2-Äquivalent durch konkrete Effizienzmaßnahmen eingespart – und damit die 2022 gesetzten Einsparziele deutlich übertroffen.

„Unser branchenübergreifendes Netzwerk liegt bundesweit unter den TOP 3 aller Netzwerke, die in diesem Jahr den Abschluss ihrer Laufzeit erreicht haben“, berichtet Dr. Jesko Dahlmann von der Entwicklungsgesellschaft Westholstein (egw), der das Netzwerk initiiert und organisiert hat. „Das ist ein eindrucksvoller Nachweis für Energieeffizienz und nachhaltigen Klimaschutz der beteiligten Betriebe an der schleswig-holsteinischen Westküste.“

Die vom Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung im Auftrag der Deutschen Energie-Agentur (dena) final bestätigten Zahlen bescheinigen dem Westküstennetzwerk einen Zielerreichungsgrad von etwa 137 Prozent bei den Energieeinsparungen sowie rund 127 Prozent bei der Reduzierung der Treibhausgasemissionen. Die offizielle Bestätigung dieser erfreulichen Ergebnisse erfolgte rechtzeitig zur Jahrestagung der Bundesinitiative Energieeffizienz- und Klimaschutz-Netzwerke, welche in Anwesenheit der parlamentarischen Staatssekretärin des Bundesumweltministeriums, Rita Schwarzelühr-Sutter, unter dem Motto „Unternehmen stärken, Wandel gestalten – Gemeinsam die Zukunft sichern“ im Haus der Deutschen Wirtschaft in Berlin stattfand. Vor Ort war auch der fachliche Begleiter der Netzwerkarbeit an der schleswig-holsteinischen Westküste, Energieberater Andreas Littmann (Leine-Kompetenz-Zentrum GmbH).

„Die Steigerung der Ressourceneffizienz und die Dekarbonisierung betrieblicher Abläufe waren wesentliche Schwerpunkte unserer dreijährigen Netzwerkarbeit“, so Dr. Dahlmann rückblickend und führt exemplarisch eine erfolgreich abgeschlossene Einzelmaßnahme bei Covestro in Brunsbüttel an. Der Werkstoffhersteller hat unter anderem die Brenner im Dampfreformer ausgetauscht, die nun auch mit klimafreundlichem Wasserstoff anstelle von Erdgas betrieben werden können. Durch die anderen Verbrennungseigenschaften im Vergleich zu Erdgas mussten dafür spezielle Brennerlanzen und eine neue Regeltechnik verbaut werden. Der Einsatz der effizienten Technologie und der anteiligen Unterfeuerung mit Wasserstoff bedeutet außerdem eine Reduzierung der direkten CO2-Emissionen. Der erforderliche Wasserstoff entsteht als Nebenprodukt bei Covestros eigener Produktion.

Um den Wissenstransfer zu unterstützen, hat das Westküsten-Netzwerk eine Kooperation mit der Fachhochschule Westküste etabliert.  Das renommierte Institut für die Transformation des Energiesystems (ITE) der FHW hat an allen Netzwerktreffen teilgenommen, um mit den Unternehmen in einen systematischen Austausch zu kommen, Näheres über die jeweiligen Produktionen zu erfahren und diesbezüglich relevante Forschungsergebnisse der Fachhochschule zielgerichtet vermitteln zu können. Unterstützt wurde der Wissenstransfer zudem durch die HanseWerk AG als Netzwerkpartner, die mit ihrer Tochtergesellschaft SH Netz für den Betrieb und Ausbau von Energieinfrastruktur an der Westküste zuständig ist und ihre Fachkompetenz im Hinblick auf die technischen Möglichkeiten der Energiewende eingebracht hat.

Darüber hinaus wurde beim französische Energieunternehmen ENGIE eine Potenzialanalyse für die Wirtschaftsregion in Auftrag gegeben, um u.a. mittels KI-Tools ein „Territorial Modelling“ zu erstellen und bislang ungenutzte Synergiepotenziale zwischen den beteiligten Betrieben zu identifizieren. Diese Analysemethode kam bereits für Industriestandorte in Frankreich zum Einsatz, jedoch bislang noch nicht in Deutschland. Die in einer Kurzstudie mit dem Titel „BeCircle“ aufbereiteten Ergebnisse werden im Rahmen des abschließenden Netzwerktreffens im Dezember bei Steinbeis Papier in Glückstadt vorgestellt. „Dadurch wird es den Unternehmen ermöglicht, weitere Synergien zu nutzen, Ressourcen zu schonen und die Kreislaufwirtschaft in unserer Wirtschaftsregion auszubauen“, so Dr. Dahlmann zum Nutzen der Studie.

Martina Hummel-Manzau, Geschäftsführerin der Entwicklungsgesellschaft Westholstein, die offizieller Projektträger des Netzwerks ist, sieht die erreichten Ergebnisse als wichtiges Signal für die Region: „Durch eine solche beispielhafte Netzwerkarbeit wird die Zukunftsfähigkeit der beteiligten Unternehmen begünstigt und die Verbindung von Wirtschaft und Wissenschaft in unserer Region gestärkt. Grundsätzlich profitieren Ökonomie und Ökologie bei der Umsetzung von Energieeffizienzmaßnahmen gleichermaßen.“
 

15 beteiligte Unternehmen im Energieeffizienz- und Klimaschutz-Netzwerk Westküste: Bioenergie Brunsbüttel, Brunsbüttel Ports, Covestro, HanseWerk, Heitmann Entsorgung, Holcim, Lanxess, Mercuria Biofuels, PreussenElektra, Sasol, Steinbeis Papier, TotalEnergies, Vattenfall, Harbour Energy (bis 2024 Wintershall Dea), Yara.
 

Das Netzwerk der schleswig-holsteinischen Westküste ist eines von bundesweit rund 400, die unter dem Dach der von der Deutschen Energie-Agentur (dena) geleiteten „Initiative Energieeffizienz- und Klimaschutz-Netzwerke“ gegründet wurden. Die fachliche Begleitung wird mit Mitteln des Regionalbudgets Westküste und durch die Projektpartner finanziert, zu denen neben der Entwicklungsgesellschaft Westholstein auch die Wirtschaftsförderungen der Kreise Pinneberg und Nordfriesland gehören. Das Regionalbudget Westküste wird wiederum gefördert aus dem schleswig-holsteinischen Landesprogramm Wirtschaft mit Mitteln der Bund-Länder-Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“. 

Nähere Informationen zur bundesweiten Initiative Energieeffizienz- und Klimaschutz-Netzwerke finden Sie unter: https://www.effizienznetzwerke.org/